Es ist mal wieder soweit: das Jahr neigt sich dem Ende zu und alle Welt erstellt eine Liste an Vorsätzen, die spätestens im Februar oder März in Vergessenheit geraten sind und erst zum Jahresende wieder ins Gedächtnis kommen … wenn man neue oder auch die gleichen alten Vorsätze fürs neue Jahr fasst. Geht dir das auch so? Bei mir lief das viele Jahre so, selten habe ich Vorsätze wirklich in die Tat umgesetzt.

 

Nun bin ich aber seit fast vier Jahren selbständig (yay!) und habe gemerkt, dass vage Vorsätze nicht wirklich zielführend sind. Also habe ich mich 2015 zum ersten Mal so richtig, richtig damit beschäftigt, was ich eigentlich beruflich will, wie sich mein Business entwickeln soll, was demzufolge meine Ziele sind. Ich habe eine Liste geschrieben und daraus ein Vision Board erstellt: In den Kategorien Freizeit, Umsatz und Business habe ich an meine große Küchenwand alle Ziele geschrieben. Das war’s. Yay, 1-2 bunte Bilder dazu, alles in Schönschrift.

 

Das Jahr begann großartig, ich war hochmotiviert, ich erzielte super Ergebnisse. Ich freute mich, schaute ab und an auf meine Küchenwand und das Jahr plätscherte vor sich hin. 2016 war gut, aber nicht wirklich wie geplant. Zwischendrin kam mir immer mal wieder der Gedanke, meine Ziele im Blick zu behalten und/oder neu zu justieren. Aber dann kam die Arbeit dazwischen und ich arbeitete weiter.

 

Nun ist es wieder soweit: das Jahr dauert nur noch wenige Wochen und ich stand vor meinen vor einem Jahr gesetzten Zielen. Erstaunlicherweise habe ich mehr als die Hälfte umgesetzt, was mir gar nicht so bewusst war. Aber es waren eben auch Ziele dabei, die ich nicht erreicht habe – so auch mein Umsatzziel. Woran mag das liegen? Ich hatte doch mehr Zeit investiert, eine richtige Liste gemacht, sogar ein Vision Board. Zuerst war mein Gedanke – “Scheiß doch auf Ziele!”. Dann aber setzte ich mich ran und suchte alles, was ich zum Thema “Ziele setzen” und, ganz wichtig, “Ziele erreichen” finden konnte.

 

Schnell wurde klar, warum ich meine Ziele eher zufällig als wirklich gezielt erreicht hatte: meine Ziele waren nicht SMART: S – spezifisch, M – messbar, A – akzeptiert, R – realistisch, T – terminierbar. Ich hatte zwar Ziele, aber weder waren diese wirklich konkret und mit einer klaren Zeitangabe versehen und somit messbar, noch habe ich geprüft, ob diese realistisch umsetzbar sind. Besonders wichtig: akzeptiere ich meine eigenen Ziele? Heißt: sind sie mir wichtig genug, um alles daran zu setzen, meine Ziele zu erreichen?

 

Das leuchtete natürlich ein. Ich war viel zu unspezifisch mit meinen Zielen. Warum? Möglicherweise hatte ich Angst davor, meinen eigenen Vorgaben nicht gerecht zu werden. Einen Realitätscheck, ob ich meine Ziele erreichen könnte, hatte ich nicht gemacht. Der Zeitrahmen für alle meine Ziele war: “bis Ende des Jahres”.

Aber das war noch nicht alles. Ich las weiter, hörte mir Podcasts an und besuchte Webinare zum Thema – unglaublich, was es da aktuell alles so gibt.

 

So wurde mir ein weiterer Punkt meiner nicht perfekten Planung bewusst: Warum wollte ich diese Ziele eigentlich wirklich erreichen? Zu den meisten Dingen fielen mir schnell 1-2 Gründe ein, aber wenn ich ein paar Tage drauf herum dachte, kamen viel mehr Gründe an die Oberfläche.

Nehmen wir das Beispiel Umsatz: wenn ich meinen Umsatz steigere, was hab ich dann davon? Offensichtlich: ich kann meine Rechnungen alle problemlos zahlen, Urlaub fällt etwas größer aus, ich kann mir öfter mal etwas gönnen. Und was sind die tieferliegenden Gründe? Ich schenke unheimlich gern. In den letzten Jahren musste ich das oft auf ein Minimum beschränken, weil es recht knapp war in der Kasse. Manche Shooting-Locations oder Ausstattung war im letzten Jahr nicht drin, was dazu führte, dass ich manche freie Shootings, die für meine berufliche Weiterentwicklung wichtig sind, nicht ganz so umgesetzt habe, wie ich das gerne getan hätte. Eine eigene Shooting-Location wär toll, jemand, der mich regelmäßig bei meiner Arbeit unterstützt ebenso. Mehr kleine und größere Reisen (auch zu Fotozwecken) wären wünschenswert, mussten aber immer wieder verschoben werden. Ich kann damit leben, weiß aber jetzt viel klarer, warum ich mein Umsatzziel in 2017 erreichen will.

 

Ein weiterer wichtiger Punkt war: die Ziele über das ganze Jahr verteilen. Ende Dezember ist noch sooo weit weg, dass man zu Jahresbeginn kaum an die detaillierte Umsetzung denkt. Schreitet das Jahr fort, verliert man die Ziele aus den Augen und zum Jahresende wird klar, dass man zum jetzigen Zeitpunkt kaum noch alle Ziele schaffen wird.

Terminiert man für 1-2 Ziele jedoch die Umsetzung bis Ende März, muss man direkt im Januar aktiv werden. Die Ziele, die erst im Mai oder Juli fällig sind, stehen also nicht an erster Stelle der To-Do-Liste, sind jedoch auch nicht so weit entfernt, dass man noch lange nicht drüber nachdenkt.

 

Nun überlegte ich natürlich, meine Ziele nicht zu hoch zu stecken, um sie auch ja wirklich zu erreichen. Aber macht das wirklich Sinn? Michael Hyatt meint, Weiterentwicklung findet nur außerhalb der Komfortzone statt. Nur wenn man weiß, man muss wirklich, wirklich alles geben, setzt man auch wirklich alles daran, das Ziel anzugehen. Klingt einleuchtend. Dennoch denke ich, wenn man alle Ziele weit außerhalb der Komfortzone ansiedelt, ist die Gefahr groß, entmutigt aufzugeben. Aber zu wissen, dass ich mich richtig anstrengen muss und dann auch eine realistische Chance auf Erfolg habe, wirkt motivierend.

 

Nun wusste ich also, wie ich mir Ziele setze. Aber – woher weiß ich, welche Ziele die richtigen sind? Denn, auch darin waren sich alle einig, zu viele Ziele sind nicht sinnvoll. Man verzettelt sich und wird schnell merken, dass 20 Ziele (mit ihren diversen Unterzielen und Aufgaben) einfach zu viele sind. Auch das wirkt demotivierend. So setzt man weniger Ziele um, als wenn man sich gleich weniger Ziele setzt und dran bleibt.

Wenn nun aber nur 7, maximal 10 Ziele auf meine Liste dürfen, wie entscheide ich dann, was wirklich so richtig wichtig ist? Michael Hyatt empfiehlt: Stell dir vor, du wärst am Ende deines Lebens angekommen. Du hast viele, viele Jahre gelebt. Was möchtest du bis dahin erlebt haben? Wie möchtest du leben? Und wenn du das weißt: was brauchst du, um das zu erreichen?

Wow, darüber musste ich ein paar Tage nachdenken. Und stellt fest, dass meine 7-10 Ziele nicht nur berufliche Ziele enthalten durften. Auch private Themen mussten Platz finden.

 

Und bei den beruflichen Zielen? Da nahm ich mir den Tipp von Mike & Kate Northrup zu Herzen, erst einmal das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen. Was lief gut, was nicht so? Woran lag das? Ist mir das wichtig? Was kann ich ändern und was nicht?

Auch diese Fragen konnte ich nicht 100%ig beantworten, da ich mir nur wenige Notizen zu jedem Monat gemacht hatte. Aber die Termine im Kalender waren dabei eine große Hilfe.

 

Ein letzter wichtiger Tipp, damit man Ziele nicht aus den Augen verliert: den Fortschritt dokumentieren und nachhalten, wo man steht und Notizen machen zu Stolpersteinen, Hindernissen und dergleichen. So sieht man rechtzeitig, ob man hinterherhinkt und kann im nächsten Jahr noch realistischer planen.

 

Nun hatte ich alle wichtigen Tipps zusammen und machte mich an meine Zielsetzung. Ergebnis ist ein großes Vision Board mit 7 großen Zielen. [Leider kann ich es euch hier nicht zeigen, da die privaten Themen zu privat für die Öffentlichkeit sind.]

 

Tipps für richtiges Zielesetzen:

 

1. Das vergangene Jahr Revue passieren lassen – was lief gut, was nicht?

2. Blick in die Zukunft – wie will ich mein Leben gelebt haben?

3. 7-10 smarte Ziele über das Jahr verteilt

4. Außerhalb der Komfortzone, aber noch realistisch erreichbar

5. Warum will ich diese erreichen?

6. Fortschritt festhalten

 

Meine Zielplanung ist vorerst abgeschlossen. Ich führe seit einiger Zeit ein Glückstagebuch (auch Dankbarkeitstagebuch genannt), um mich jeden Tag daran zu erinnern, dass mein Leben schön ist – auch wenn es mal anstrengend ist. Zusätzlich notiere ich ab Januar 2017 für jeden Monat, was passiert ist, was gut lief und was nicht so gut. So fällt mir am Jahresende der Rückblick einfacher und ich kann bereits nach 6 Monaten eine Kurskorrektur vornehmen, sollte diese notwendig werden. Außerdem habe ich meine Ziele nicht nur visuell mit Daten, Unterzielen und meinem Warum pro Ziel im Vision Board festgehalten, sondern habe die Ziele in einem Notizbuch aufgeschrieben, um dort meinen Fortschritt zu dokumentieren und Anmerkungen festzuhalten.

 

Hast du bereits Pläne für 2017 gemacht? Wie setzt du deine Ziele? Und hast du sie bisher immer erreicht? Hast du noch mehr Tipps für das Erreichen aller gesteckten Ziele?

Teile deine Erfahrung unten in den Kommentaren!