Romy

Fotografin aus Hamburg und Initiatorin von
PURE – THE PROJECT

Seit meinem Auszug zu Hause mit 19 spiele ich munter Jojo mit meinem Gewicht. Bis dahin hatte ich mir nie wirklich Gedanken darüber gemacht, ob ich gut genug aussehe. Mit meiner ersten Zunahme von knapp 20 Kilo änderte sich das. Sowohl bei Männern als auch innerhalb der Familie erfuhr ich, dass das Erscheinungsbild scheinbar eine Rolle spielt. Ist man nicht schlank, ist man nicht gut genug. Oftmals war das gar nicht so gemeint, wie es ankam. Aber es machte etwas mit mir.

Vor 2 Jahren, 15 Jahre Jojo später, begann ich eine Therapie wegen einer Essstörung in Kombination mit einer depressiven Störung. Erst da wurden mir viele Glaubenssätze bewusst, mit denen ich mich selbst beschränkt habe. Die mir nicht gut taten. Die mich teilweise bis heute begleiten.

Seit 2015 arbeite ich als freie Fotografin und auch dort begegnet mir diese Thematik täglich. Bis auf wenige Ausnahmen sind Frauen extrem kritisch mit sich selbst, lassen kein gutes Haar an sich.

So entstand PURE – THE PROJECT.
Meine Vision: Ich möchte Frauen zeigen, wie schön sie sind.
Und zwar genau so, wie sie sind: ungeschminkt und unbearbeitet.

Auch für mich war das eine echte Herausforderung, aber ganz ehrlich: ich liebe mein Bild! Das bin ich: mit Pickelchen, Sommersprossen, fluffigen Haaren, die nie machen, was sie sollen, ohne Lippenstift oder irgendeiner Korrektur.
Ich bin stolz darauf, mir selber inzwischen (nicht immer, aber sehr oft) mit so viel Selbstliebe zu begegnen. Ich erfülle mit 20 Kilo zu viel auf den Hüften nicht das gängige Schönheitsideal, aber ich freunde mich mit meinem Körper an. Und das ist das Beste überhaupt!

Foto: Romy Geßner